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Björn Borg vs. John McEnroe: Das Duell der Tennis-Giganten

Für den schwedischen «Borg/ McEnroe»-Regisseur Janus Metz ist das Duell zwischen Björn Borg und John McEnroe wie die Tennisversion von Martin Scorseses Boxfilm-Klassiker «Raging Bull».

«Björn Borg und John McEnroe kämpfen darum, die Besten zu sein», sagt der «Borg/ McEnroe»Regisseur Janus Metz (im Bild in der Mitte neben Roger Federer). Inhaltlich geht es um zwei junge Männer, die es sich selber beweisen wollen, die jemand sein müssen, um ernst genommen zu werden. Björn Borg und John McEnroe hatten beide die besondere Eigenart, sich zum Äussersten zu treiben. Dabei überschritten sie auch gelegentlich ihre Grenzen. «Das macht grosse Erfolgstypen aus. Und selbst wenn man überall auf der Welt, nur ihre Gegensätze sah, teilten sie genau diese eine Eigenschaft, sich ständig zu pushen. Sie erkannten das in dem jeweils Anderen wieder. Beide spielten Tennis, als ginge es um ihr Leben. Wir erzählen aber nicht nur das, sondern auch die Geschichte einer Entwicklung: Wie diese beiden Einzelgänger beginnen, sich gegenseitig zu verstehen und sogar Freundschaft miteinander schliessen.» Mit seinem Sportdrama will Janus Metz an eine Ära erinnern, in der Tennisspieler noch Rockstars und John und Björn die grössten Ikonen waren. Metz meint abschliessend: «Obwohl ich 1980 noch ein Kind war, erinnere ich mich an diese Tennis-Ära noch sehr genau. In meiner Familie erwarteten wir das Wimbledon Finale wie den Weihnachtsgottesdienst in der St. Pauls Kathedrale. Wahrscheinlich sah ich damals auf der einen Seite nur einen Typen mit einer seltsamen Frisur, der ständig seufzte und stöhnte und auf der anderen Seite diesen anderen Typen, der ständig Wutanfälle bekam. Und doch hatte dieses Spiel etwas Heiliges, das weiss ich noch.»