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«Gringo»: Actionkomödie fast wie bei den Coen Brothers

Für seine Actionkomödie «Gringo» versammelte der Regisseur Nash Edgerton nebst dem Hauptdarsteller Davis Oyelowo auch Stars wie Thandie Newton, Amanda Seyfried, Charlize Theron und seinen Bruder Joel Edgerton um sich.

Wenn es jemanden gibt, der einen Film praktisch im Alleingang drehen kann, dann ist dies Nash Edgerton. Im Hauptberuf Stuntman, hat der Australier im Laufe der Jahre so ziemlich jede Profession bekleidet, die eine Filmproduktion hergibt: Produzent, Autor, Schauspieler, Cutter und natürlich Regisseur. Unter Edgertons Regie entstanden eine Handvoll hochgehandelter Kurzfilme, diverse Bob-Dylan-Videos und mit «The Square» ein exquisiter Film Noir – Arbeiten, die vor Ambition und Energie strotzen und wie Bewerbungsschreiben für höhere Aufgaben daherkommen. Mit der eigenwilligen Actionkomödie «Gringo» stösst der Tausendsassa nun in neue Sphären vor – und erweist sich als raffinierter Erzähler, der das Genre auf überaus unterhaltsame Weise gegen den Strich bürstet. Edgerton kooperiert häufig mit seinem Bruder, dem Schauspieler Joel Edgerton (momentan auch mit «Red Sparrow» in den KITAG CINEMAS), der hier eine der Hauptrollen spielt. Edgertons Filme werden oft mit denjenigen von Joel und Ethan Coen (alias die Coen Brothers) verglichen. So weist «The Square» mit seiner abgründigen Story über Betrug und Verrat deutliche Parallelen zum Coen-Erstling «Blood Simple» auf. Und die aberwitzige Actionkomödie «Gringo» erinnert gleich mehrmals an die «Fargo»-Absurdität.