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Plädoyer gegen die fragwürdigen Praktiken der Umerziehung

Garrard Conley, erzählt die gleichnamige Verfilmung vom mutigen Kampf eines jungen Mannes gegen Homophobie und für ein selbstbestimmtes Leben.

Es dauerte beinahe ein Jahrzehnt, bis sich Garrard Conley mit seinen Ängsten auseinandersetzen und damit beginnen konnte, über seine persönlichen Erfahrungen mit der Reparativtherapie zu schreiben. Wie viele Menschen, die derartige traumatische Erfahrungen gemacht haben, war Conley in einer Mischung aus Schuldgefühl, Scham und Reue über Ereignisse gefangen, über die er keine Kontrolle hatte. Mit Hilfe der neuen Plattformen sozialer Medien begann Conley, zahllose Berichte anderer Betroffener zu lesen. Und in diesem Moment wusste er, dass es nicht nur eine Option war, seine Geschichte mit anderen zu teilen, sondern eine Notwendigkeit. Conley begann, seine Ängste zu kontrollieren und lenkte diese Energie in die Fertigstellung seines Buches mit dem Titel «Boy Erased. Autobiografische Erzählung». Nachdem das Buch im Mai 2016 veröffentlicht worden war, reagierte die LGBTQ-Bewegung umgehend. Und so war es Garrard möglich, etwas zu tun, was vorher noch keiner geschafft hatte: er konnte den grausamen Folgen der Reparativtherapie ein Gesicht, einen Namen und eine Stimme geben und dadurch anderen Jugendlichen und Erwachsenen der LGBTQ-Bewegung helfen, die mit denselben Problemen und Erfahrungen zu kämpfen hatten.